Eine Maschine aus Baden-Württemberg, ein Medizingerät aus Bayern, eine Steuerung aus Nordrhein-Westfalen. Deutsche Industrieprodukte werden in die ganze Welt geliefert. Mit ihnen reisen Betriebsanleitungen, Wartungshandbücher, Datenblätter und Sicherheitshinweise. In vielen Zielmärkten müssen diese Dokumente in der Landessprache vorliegen, sonst darf das Produkt gar nicht verkauft werden.
Eine professionelle Übersetzung von Dokumenten ist deshalb kein Nebenschauplatz, sondern ein fester Bestandteil des Produkts. Fehler können teuer werden, im schlimmsten Fall gefährlich.
Gesetzliche Vorgaben
In der Europäischen Union verlangen zahlreiche Richtlinien und Verordnungen, dass Betriebsanleitungen in der Amtssprache des jeweiligen Landes mitgeliefert werden. Das gilt zum Beispiel für Maschinen, elektrische Geräte, Spielzeug und Medizinprodukte. Auch außerhalb der EU gibt es vergleichbare Regeln. Wer ohne korrekte Übersetzung liefert, riskiert Verkaufsverbote, Rückrufe und Haftungsansprüche.
Was technische Übersetzung besonders macht
Technische Texte sind dicht, präzise und voller Fachbegriffe. Ein einzelnes Wort kann ein bestimmtes Bauteil, eine Toleranz oder einen Arbeitsschritt bezeichnen. Wird es falsch übersetzt, baut der Techniker vor Ort das Gerät vielleicht falsch zusammen. Technische Übersetzer verfügen deshalb meist über eine Ausbildung oder langjährige Erfahrung im jeweiligen Fachgebiet. Sie verstehen, was beschrieben wird, und nicht nur, was dasteht.
Terminologie als Fundament
Ein Unternehmen verwendet für seine Produkte eine bestimmte Fachsprache. Diese Begriffe müssen in allen Sprachen einheitlich übersetzt werden, in jeder Anleitung, auf jedem Etikett und in jeder Software. Professionelle Dienstleister legen deshalb zu Beginn eines Projekts ein Glossar an, idealerweise gemeinsam mit den Ingenieuren des Herstellers und den Vertriebspartnern im Zielmarkt.
Translation-Memory-Systeme speichern jede übersetzte Einheit. Bei der nächsten Version einer Anleitung werden unveränderte Sätze automatisch übernommen. Das spart Zeit und Geld und sorgt für Konsistenz.
Wichtige Exportmärkte und ihre Sprachen
Polen gehört zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands. Viele deutsche Hersteller produzieren dort oder liefern an polnische Kunden. Technische Dokumentation wird deshalb häufig ins Polnische übertragen. Ein erfahrener Übersetzer Deutsch-Polnisch mit technischem Hintergrund kennt die Fachbegriffe beider Sprachen und die polnischen Normen.
Auch Skandinavien ist ein wichtiger Markt für Maschinen und Anlagen. Schweden legt großen Wert auf Arbeitssicherheit und klare Anleitungen. Eine präzise Übersetzung für Schwedisch Deutsch ist daher bei Projekten mit schwedischen Partnern unverzichtbar.
Standards für technische Redaktion
Gute Übersetzungen beginnen mit guten Ausgangstexten. Klare, kurze Sätze, einheitliche Begriffe und eine logische Struktur erleichtern die Übersetzung erheblich. Der Fachverband für technische Kommunikation tekom veröffentlicht Richtlinien und bietet Weiterbildungen für technische Redakteure an, die auch die Übersetzungsgerechtheit von Texten behandeln.
Maschinelle Übersetzung mit Augenmaß
Technische Texte sind oft repetitiv und klar strukturiert. Das macht sie zu einem guten Einsatzgebiet für maschinelle Übersetzung mit anschließender Nachbearbeitung durch Fachleute. Sicherheitshinweise, neue Begriffe und kritische Abschnitte sollten jedoch immer vollständig von Menschen geprüft werden.
Qualitätssicherung
- Übersetzung durch einen fachkundigen Muttersprachler;
- Revision durch eine zweite Person;
- automatische Prüfung von Zahlen, Einheiten und Terminologie;
- Kontrolle des fertigen Layouts;
- bei Bedarf Prüfung durch Fachleute im Zielland.
Redaktionssysteme und Übersetzung
Viele Hersteller erstellen ihre Dokumentation heute in Redaktionssystemen, die Inhalte in kleine, wiederverwendbare Module zerlegen. Ein Sicherheitshinweis wird einmal geschrieben und in zahlreichen Anleitungen verwendet. Für die Übersetzung ist das ein großer Vorteil. Jedes Modul wird nur einmal übersetzt und dann automatisch überall eingesetzt. Voraussetzung ist eine saubere Schnittstelle zwischen Redaktionssystem und Übersetzungsdienstleister, damit Dateien ohne manuelle Nacharbeit ausgetauscht werden können. Gute Dienstleister unterstützen gängige Austauschformate wie XML und XLIFF.
Bilder und Grafiken
Technische Dokumentation besteht nicht nur aus Text. Abbildungen, Explosionszeichnungen und Schaltpläne enthalten oft Beschriftungen, die ebenfalls übersetzt werden müssen. Am einfachsten geht das, wenn Texte in Grafiken als separate Ebenen oder Positionsnummern angelegt sind. So muss die Grafik selbst nicht verändert werden, und die Übersetzung bleibt übersichtlich.
Feedback aus dem Markt
Rückmeldungen von Servicetechnikern und Händlern im Zielmarkt sind wertvoll. Sie zeigen, welche Begriffe vor Ort gebräuchlich sind und wo Anleitungen missverstanden werden. Diese Hinweise fließen am besten direkt in das Glossar ein.
Haftung im Blick behalten
Fehlerhafte Übersetzungen von Warnhinweisen können im Schadensfall zu Haftungsfragen führen. Hersteller sollten die Übersetzungsprozesse deshalb dokumentieren und nachweisen können, dass qualifizierte Fachleute beteiligt waren.
Software und Benutzeroberflächen
Moderne Maschinen haben Bedienfelder, Touchscreens und Apps. Deren Texte müssen ebenfalls übersetzt werden, oft in sehr kurzen Zeichenfolgen ohne viel Kontext. Ein Knopf mit der Aufschrift Start oder Reset wirkt einfach, doch in manchen Sprachen gibt es mehrere passende Wörter, und die verfügbare Zeichenanzahl ist begrenzt. Übersetzer arbeiten hier am besten mit Screenshots oder einer Testversion der Software. So erkennen sie, wo ein Text erscheint und wie viel Platz zur Verfügung steht.
Wichtig ist auch, dass Begriffe in Software und Anleitung identisch sind. Wenn die Anleitung von Werkzeugwechsel spricht und das Display von Toolwechsel, entsteht Verwirrung. Ein gemeinsames Glossar für Redaktion, Softwareentwicklung und Übersetzung verhindert solche Brüche.
Kosten planen
Die Kosten technischer Übersetzungen hängen von Umfang, Sprachpaar, Fachgebiet und Wiederholungsanteil ab. Durch Translation Memory sinken sie bei Folgeaufträgen oft deutlich. Wer frühzeitig plant, vermeidet teure Eilzuschläge kurz vor der Auslieferung.
Fazit
Technische Dokumentation ist Teil des Produkts. Eine professionelle Übersetzung sorgt dafür, dass Maschinen sicher bedient, gesetzliche Vorgaben eingehalten und Kunden weltweit zufrieden sind. Mit klaren Ausgangstexten, guter Terminologie und erfahrenen Fachübersetzern wird die Mehrsprachigkeit zum Wettbewerbsvorteil.
